Links, links, links, links, links, links – ah, verdammt. So oder so ähnlich sehen vielleicht manche Abende der Tinder-Nutzer aus, die in ihrem Rausch des Nach-Links-Wischens (sprich: ablehnen) einen potentiellen Menschen einfach so weggewischt haben und nun verschwindet er im Universum des Tinders, auf nimmer wiedersehen. Schade aber auch, denken sich so manche und nehmen sich vor bei der nächsten Tinder-Partie vorsichtiger zu sein und eventuell mehr Herren oder Frauen nach rechts zu wischen (sprich: zusagen), um die Match-Anzahl ein wenig hochzutreiben. Denn im Grunde genommen geht es den meisten doch darum, sich nur ein bisschen selbst den Honig ums Maul zu schmieren und sagen zu können: Mensch, komme ich gut an.

Oberflächlich sowas, haben viele gesagt. Finde ich gar nicht mal, da man sich in einer Bar oder einen vergleichbaren Raum ebenfalls nicht zuerst von den wunderschönen Charaktereigenschaften seines Gegenübers überzeugen lässt. Diese Welt ist nun mal beim ersten Scannen der Umgebung oberflächlich. Finde ich aber auch gar nicht verwerflich und warum nicht eine perfektionierte, anonymere Form der Annäherung an subjektiv empfundene attraktive Menschen per Tinder wagen? So kann man wenigstens keinen Korb bekommen, außer in der Form des Nicht-Zurückschreibens und solch einen Korb wird man noch gerade so verkraften können.

Was aber nun, wenn man sich mal im „realen“ Leben treffen möchte? Man hat doch so nett geschrieben. Jetzt wird es nämlich kompliziert. Währenddem man per Tinder oder weiterführend WhatsApp schon ellenlange Nachrichten verschickt hat und man sich doch so nahe ist und schon intimste Informationen, Wünsche und Interessen ausgetauscht hat, bleibt die „reale“ Welt nämlich hintendran stehen. Online gesehen ist man in seiner Tinder-Beziehung schon zehn Schritte weiter, als offline. Das kann zu einem Problem werden, wenn somit von beiden Seiten schon Traumvorstellungen erschafft werden, die das Gegenüber allerdings gar nicht erfüllen kann. Und dann kommt die Enttäuschung und Stille. Man hat ja offline irgendwie nichts gemeinsam, obwohl man sich noch so gut im Chat unterhalten konnte. Tja. Dann bleibt wohl nur noch die Möglichkeit der klischeemäßigen Tinder-Story, wie sie der YouTube-Kanal College Humor schon mal wunderschön verdeutlicht hat. Den Link dazu, werde ich hier verlinken. Eine rührende Geschichte, wie ich finde.

Also nutzen wir mal diesen Blog zu einem Aufruf: Trefft euch frühzeitig in der Realität! Tinder nutzen zum Kennenlernen finde ich vollkommen in Ordnung und eine super Möglichkeit, besonders durch die heutigen Schwierigkeiten, die ich im vorherigen Eintrag schon erwähnt habe. Es ist natürlich immer Vorsicht zu wahren, insbesondere bei der Frauen-Welt. Teilt immer wem mit, wo ihr euch mit eurem Tinder-Herren trifft. Und wenn es dann trotzdem nichts wird… auch nicht schlimm. Es gibt noch beinah eine Million weitere Tinder-Nutzer hier in Deutschland. Immer schön weiter wischen. Links, links, links, links – ah schau mal, rechts!

Adieu,

Leonie 🙂

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